EnEV2014 und Erneuerung 2016

 

                                          

1. Januar 2016: Schützen Sie sich vor Bußgeldern
                                         
Die Bundesregierung möchte bis 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand erreichen. Die Energieeinsparverordnung gilt nun schon seit fast zwei Jahren. Bisher wurden Immobilieninserate ohne Energiekennwerte bzw. Energieausweis, im Rahmen einer einjährigen Schonfrist, nicht als Ordnungswidrigkeit geahndet.

Die wichtigsten Änderungen auf einen Blick:

• Ein Haus darf nur noch 25% weniger Primärenergie verbrauchen als ein Haus, das im Jahr 2015 beantragt wurde. Ein KfW-Effizienzhaus 70 wird somit zum ausgerufenen Mindeststandard der „EnEv 2016“. Bei Missachtung der Anforderungen gemäß §27 Abs. 1 (EnEv) werden Bußgelder von bis zu 50.000 Euro fällig.

• Verbesserte Dämmstandards sollen dafür sorgen, dass der Bedarf an Heizwärme eines Hauses um 20% gesenkt wird.

• Bauherren, die noch einen vor 01.01.1985 eingebauten Heizkessel nutzen, müssen diesen ab 01.01.16 abschalten oder bis dahin austauschen.

• Durch die EnEV 2016 müssen außerdem die jeweiligen energetischen Kennwerte bei Verkauf oder Vermietung in der Anzeige angegeben werden. Sofern der Energieausweis die Energieeffizienzklasse aufweist, muss auch diese angegeben werden.

Ausschlaggebend dafür, ob ein Haus den EnEV Neubau-Standard 2016 erfüllen muss, ist das Datum der Einreichung des Bauantrags bzw. der Erstattung der Bauanzeige. Eingereichte Anträge und erstattete Anzeigen ab dem 1. Januar 2016 fallen unter die erhöhten Standards der Energieeinsparverordnung. Für diejenigen, die weder einen Antrag noch eine Anzeige für den Bau benötigen, gilt der Zeitpunkt des tatsächlichen Baubeginns als Stichtag. Für Hausbauer ist es deshalb besonders wichtig, den Zeitpunkt der Verordnungsverschärfung genau im Blick zu haben.

Nachrüstung und Sanierung

Bei der weitaus größeren Zahl bestehender Gebäude, die den bundesweiten Energiebedarf auf Jahrzehnte viel stärker bestimmen als Neubauten, gibt es einerseits einige Austausch- und Nachrüstpflichten. Diese müssen grundsätzlich zu einem bestimmten Termin erfüllt werden. Andererseits bestehen so genannte „bedingte Anforderungen“, die nur zu beachten sind, wenn das Gebäude ohnehin modernisiert wird.

Austausch- und Nachrüstverpflichtungen

Diese Vorgaben gelten für alle Mehrfamilienhäuser unabhängig von einer Sanierung. Ein- und Zweifamilienhäuser sind davon ausgenommen, wenn der Eigentümer bereits seit Anfang 2002 selbst im Gebäude wohnt. Wurde das Gebäude allerdings in der Zwischenzeit verkauft, muss der neue Eigentümer die Pflichten innerhalb von zwei Jahren erfüllen.

• Öl- und Gas-Standardheizkessel, die älter als 30 Jahre sind, dürfen nicht mehr betrieben und müssen ausgetauscht werden. Die Austauschpflicht gilt jedoch nur für Konstanttemperaturkessel üblicher Größe, nicht aber Brennwert- oder Niedertemperaturanlagen mit einem besonders hohen Wirkungsgrad. Die Bedienungsanleitung der Heizungsanlage gibt meist Auskunft über den Kesseltyp. Wer unsicher ist, ob er von der Austauschpflicht betroffen ist, kann seinen Schornsteinfeger fragen.

• Heizungs- und Warmwasserrohre in unbeheizten Räumen müssen gedämmt werden.

• Oberste Geschossdecken zu unbeheizten Dachräumen mussten bereits bis Ende 2015 nachträglich gedämmt werden, wenn sie keinen so genannten „Mindestwärmeschutz“ aufweisen. Bei Holzbalkendecken genügt es, die Hohlräume mit Dämmstoff zu füllen. Die Dämmpflicht gilt für alle zugänglichen obersten Geschossdecken, unabhängig davon, ob sie begehbar sind oder nicht ‒ also zum Beispiel für Spitzböden, aber auch für nicht ausgebaute Aufenthalts- oder Trockenräume. Alternativ dazu kann auch das darüber liegende Dach gedämmt werden.

Anforderungen bei Erneuerung oder Modernisierung

Sie regeln Mindeststandards, wenn Bauteile ohnehin verändert oder modernisiert werden sollen, beispielsweise wenn der Putz einer Fassade erneuert wird oder die Fenster ausgetauscht werden. Soll das Haus nur neu gestrichen werden, greift die EnEV nicht. Doch auch dann ist es sinnvoll, die Malerarbeiten mit einer Dämmung der Fassade zu verknüpfen, wenn ohnehin schon ein Gerüst aufgestellt wird. Bei der Erneuerung von Bestandsbauten gibt es zwei Möglichkeiten, die EnEV-Anforderungen zu erfüllen.

• Bei umfassenden Modernisierungen wird ‒ vergleichbar mit einem Neubau ‒ eine energetische Gesamtbilanzierung durchgeführt. Der Primärenergiebedarf des sanierten Gebäudes darf dabei bis zu 87 Prozent höher bleiben als der eines entsprechenden Neubaus.

• Erfolgen nur einzelne Sanierungen (zum Beispiel Dämmung der Fassade) oder werden lediglich Bauteile erneuert (etwa Austausch der Fenster), gibt die EnEV bestimmte Anforderungswerte an den Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) des Bauteils vor.

Quelle: verbraucherzentrale.de/enev und immobilienscout24.de